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Ätsch 3

AM 7. Juli 2004 war es wieder soweit: ein Castortransport aus dem AKW Stade sollte in Richtung Süden rollen und bei Wörth/Lauterbourg die Grenze nach Frankreich passieren. "Nicht ohne uns", dachten sich einige Ätsch-Aktivisten und fuhren kurzentschlossen ins Elsaß nach Kesseldorf bei Lauterbourg um den Castor dort zu erwarten

Gegen 18:30 sah der Fahrer der Vorlok kurz hinter dem Bahnhof Seltz das internationale Haltezeichen und bremste die Lok ab. Zwei französische Polizeibeamte begannen die Strecke abzulaufen, waren aber offensichtlich mit einer solchen Situation nicht vertraut: erst lautes Rufen eines Aktivisten und ein persönliches Gespräch machte sie darauf aufmerksam, daß sich wenige hundert Meter entfernt zwei Aktivisten mit Hilfe eines Rohres an die Gleise gekettet hatten. Zunächst führten die Beamten lediglich die Lok an die Aktionstelle, später wurden Kräfte der Gendamerie Nationale zusammengeführt, deren schwerstes Gerät (abgesehen von den Motorräder, mit denen sie durchs Gleisbett bretterten) ein Bolzenschneider war, der herzlichst ungeeignet war, die 17 jährige Schülerin und den 26 jährigen Landwirt (beide Heidelberger) aus dem Rohr zu befreien.

Nach einiger Zeit der Beratschlagung schritten die Beamten zur Tat und versuchten die Schülerin unter den Schienen durchzuziehen um so zumindest die Blockade aufzulösen. Dieser Plan war erfolgreich, allerdings für die Aktivistin alles andere als angenehm und durchaus schmerzhaft. Immerhin bestand die Blockade ca 1 Stunde und der Castor in die Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague kam für fast 90 Minuten zum Stehen.

Die Angeketteten wurden ebenso wie einige gefasste Unterstützer zur örtlichen Polizeiwache gebracht, wo sie zunächst verhört wurden. Mit Drohungen von einer bis zu 48 Stunden dauernden Ingewahrsamnahme sollten die Betroffenen erfolglos zur Aussage gedrängt werden. Nach ca. 3 Stunden wurde die Gewahrsamnahme aufgehoben und die Aktivisten konnten gegen 22 Uhr den Heimweg antreten.